aus der festschrift zum 150-jährigen jubiläum
die fahne der feuewehr
Originalartikel aus der Festschrift: Eine Betrachtung von Alfons Kraft (Ehrenmitglied der Feuerwehr Garching)
Die Garchinger Feuerwehr besaß seit 1885 nur eine Standarte.
In der NS-Zeit waren Vereinsfahnen unerwünscht und durften nicht gezeigt werden. Und so dauerte es bis Ende der 50er Jahre, bis sich der Gedanke verstärkte, eine Vereinsfahne zu beschaffen. Der Verein hatte dazu nicht das nötige Geld. Also wie finanzierte sich so eine Anschaffung?
1958 gab der Feuerwehrverein den Anstoß zu einer Art Benefizveranstaltung mit der Aufführung eines uralten Theaterstückes. Dieses sollte dabei eine Spendenaktion einleiten. Da das Singspiel schon in den 30er Jahren mit großem Erfolg von Garchingern aufgeführt wurde, brachte jemand, vermutlich der Bauer Peter Wagner vom Angerbauer Hof, den Vorschlag ein, das „Schauspiel mit Gesang, die Bettelprinzessin“ wieder
einzustudieren und aufzuführen. Zu Ostern 1959 wurden dann hintereinander mehrere Aufführungen im vollen Neuwirtssaal gespielt. Das gesamte Ensemble bestand aus Garchingern. Der Eintrittspreis betrug 2 Mark. Das war etwa der Stundenlohn eines Handwerkers. Mit dem Erlös und weiteren Spenden konnte die Fahne in Auftrag gegeben und 1960 feierlich geweiht werden.

Viele der damaligen Akteure sind nicht mehr. Nur die Darsteller der Bettelprinzessin, des Grafensohns, des eifersüchtigen jungen Zigeuners und der Souffleur dürfen sich noch an damals erinnern. Der Inhalt der Geschichte beschäftigt sich mit dem vermeintlich ertrunkenen Kinde aus dem Fürstenhaus, der heimlichen Rettung durch das „Fahrende Volk“, der Rückgabe der Prinzessin zu ihrem 21. Geburtstag und der standesgemäßen Verlobung mit dem Grafensohn. Die Zuschauer im Neuwirtsaal brachen zu bestimmten herzzerreißenden Szenen in Tränen aus.




